Die Sonnenberger Käuzcher 1863 e.V. Die Sonnenberger Käuzcher 1863 e.V.

Die Sonnenberger
Käuzcher

1863 e.V.

Narrenlexikon K-O

Auf den folgenden Seiten sind die wichtigsten und gängigsten Begriffe rund um die fünfte Jahreszeit zusammengetragen. Diese Rubrik erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und alleinige Richtigkeit. Für Anregungen, Hinweise, Ergänzungen usw. sind wir deshalb jederzeit dankbar.

Konfetti
Kommt von dem italienischen "confetti" (Mehrzahl von "confetto). Mit diesem Wort werden in Italien Konfekt und andere Süßigkeiten bezeichnet. Im römischen Karneval bewarfen sich die Maskierten mit Zuckerkörnern und kleinen Bonbons. Heute fliegen außer den Bonbons, den "Guuzjen", kleine bunte Papierschnipsel - das Konfetti.

Morgenstraich
In Basel in der Schweiz wird Karneval gefeiert, wenn sich die deutschen Narren schon davon verabschiedet haben. Am Montag nach Aschermittwoch um Schlag 4 Uhr morgens beginnt er mit dem "Morgenstraich", der als Gegenstück zum militärischen "Zapfenstreich" gesehen wird. Nachdem alle Lampen in der Stadt erloschen sind, ziehen zum Auftakt der drei närrischen Tage die trommelnden und pfeifenden "Cliquen" (Fasnachtsgruppen) - begleitet von den Trägern der zahllosen beleuchteten Steckenlaternen - in ihren vielfältigen Kostümen und Masken vermummt, stundenlang durch die Gassen der Basler Altstadt, wobei von jeder Clique ein bestimmtes "Sujet" (Thema) präsentiert wird.

Narr
Unter "Narren" verstand man im Mittelalter Menschen, die sich außerhalb der herrschenden Gesellschaftsordnung bewegten und weder den christlichen Glauben, noch die kirchlichen Gesetze beachteten. Man unterschied zwischen "natürlichen Narren" und "Schalknarren". Natürliche Narren waren jene Menschen, die von Natur aus eine körperliche oder geistige Behinderung aufwiesen und damit nach Volkesmeinung von Gott gekennzeichnet bzw. bestraft waren. Schalknarren waren jene Personen, die sich berufsmäßig zur Unterhaltung von Publikum auf Straßen oder Jahrmärkten närrisch gebärdeten und in überzeichneter Form unzulängliches oder eigenwilliges Verhalten von Personen und/oder der Gesellschaft kritisch anprangerten. Einige wenige dieser mittelalterlichen Narren betrieben ihr närrisches Wirken jedoch weniger aus Geltungsdrang, als vielmehr als ein Aufbegehren und Kritik gegen das damalige politische und geistige System. Till Eulenspiegel war z. B. einer jener "Systemkritiker". Dieser Mensch war ein "homo emunctae naris", ein Mensch mit scharfer Beobachtungsgabe, der seine Nase (lat. Naris) in alle Dinge steckt. Aus dem Althochdeutschen "narro" entwickelte sich schließlich das neuhochdeutsche Wort "Narr". Auch das spätlateinische Wort "nario", der Spötter, könnte eine Rolle gespielt haben. Manche weltliche oder geistliche Herrscher hielten sich "Hofnarren", die das "Ohr am Volk" hatten und dessen Meinungen, Forderungen und Wünsche in kritischer und launiger Form ungestraft wiedergeben konnten. Auch auf den Theaterbühnen waren oft pfiffige Narrengestalten zu finden. Dies war z. B. in der italienischen Commedia dell arte der "Arleccino" (Harlekin) und der "Bajazzo". Im vorigen Jahrhundert wandelte sich die Bezeichnung für jene Gruppe Menschen, die sich während der Fastnachtszeit in Gemeinschaften, Vereinen usw. dem Frohsinn und der Fröhlichkeit widmen.

Narrenkappe
In den Karneval eingeführt wurde die Narrenkappe kurioserweise von einem preußischen General. Der schrieb sie 1827 in Köln obligatorisch vor, damit man die von der Obrigkeit argwöhnisch beobachteten Narren leichter erkennen konnte. Andere Gegenden übernahmen dies dann später. Die Form der Kappen entsprach zuerst jener Mütze, die die Jakobiner der Französischen Revolution von 1789 trugen. Diese war ursprünglich die Kopfbedeckung der Leibeigenen und Sträflinge und wurde bei den Bastille-Stürmern zum Symbol der "Liberté". Jetzt bedienten sich ihrer die nach "Narren-Freiheit" strebenden Bürger im Rheinland. Zunächst wechselten die aus Papier gefertigten Kappen von Jahr zu Jahr. Es war Brauch, sie am Aschermittwoch zu verbrennen. Form und Ausstattung der Kappen änderte sich schon bald. 1840 hieß es im "Carneval-Almanach", das Produkt der Saison sei eine "schöne, dreischellige, dreischnabelige, vierfarbene Kappe". Zum Verbrennen waren diese neuen Kappen zu schade (und zu teuer). Es entwickelte sich eine Vielfalt von Kappen, aber auch eine Hierarchie. Trotzdem gibt es heute noch närrische Korporationen, in denen jeder, egal auf welchem Posten er aktiv ist, die gleiche Kappe trägt, getreu dem alten Motto: "Gleiche Brüder - gleiche Kappe!"

Orden
Karnevalsorden waren ursprünglich dazu gedacht, staatliche und militärische Ordnung ins Lächerliche zu ziehen und die Geltungssucht mancher Persönlichkeiten zu persiflieren. Im Laufe der Zeit wandelte sich jedoch die Bedeutung der Orden vom Juxartikel zu Erinnerungs-, Dankes- und Ehrenzeichen sowie Vereinsabzeichen in Form eines Haus- oder Jahresordens. Durch ihn identifiziert sich der Narr mit seinem Verein und trägt ihn als sichtbaren Beweis für sein Engagement.

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